Verspäteter Rennbericht zu den Dölln 5000
Ich bitte für den arg verspäteten Bericht zu den Dölln 5000 vielmals um Entschuldigung, aus privaten und beruflichen Gründen gab es bisher keine Möglichkeit, mich schon zeitiger zum Schreiben niederzulassen. Für einige Teilnehmer wird dies jedoch die Möglichkeit sein, mit einem gewissen Abstand zu den Rennen die Dinge nochmals Revue passieren zu lassen:
Am 19./20.Juni war es wieder soweit: die Dölln 5000, der längste und schnellste Rennslalom Deutschlands stand an. Bereits zum Nennungsschluss zeichnete sich ein bislang in Berlin nicht gekanntes Starterfeld ab. 105 Fahrer wollten die 3 Wertungsläufe pro Tag in Angriff nehmen. Dieses Top Nennungsergebnis sorgte noch vor den Rennen für die ersten Verstimmungen bei einigen Teilnehmern, wie teilweise kontroverse Interneteinträge zeigen. Was war passiert? Die Organisatoren kürzten für beide Tage die Anzahl der Wertungsläufe von 3 auf 2, um einen Zeitplan mit behördlich verordneter Mittagsruhe sowie einem pünktlichen Ende einhalten zu können. Also nun nicht mehr längster Rennslalom Deutschlands! Die Alternative wäre die Nichtzulassung von ca. 30 Teilnehmern gewesen.
Die optimale Lösung- wenn es sie denn gibt- wird sicherlich bei den Verantwortlichen in Ruhe besprochen und gefunden werden.
Zum sportlichen Teil:
Die Division 1 ging am Sonnabend an Hans-Dieter Meckel, der sich damit sein Geburtstagsgeschenk selbst bescherte. Hartmut Müller und Claus Mahle auf den Plätzen 2 und 3. Am Sonntag dreht Mahle den Spiess um und gewinnt vor Meckel.
In der Division 2 kommt es zum Bruderduell zwischen Marco und Patrick Clos. Patrick, der bis Berlin die Meisterschaft anführte, unterliegt seinem Bruder deutlich mit 16 Sekunden Rückstand. Hans Köhnle holt sich den 3.Podestrang und macht damit das BMW-Stockerl komplett Am Sonntag wiederholt Marco seine Sieg, diesmal vor dem schnellen Seat Ibiza von Thomas und Norbert Enning. Patrick Clos verliert wegen eines Torfehlers einen möglich 3. Divisionsplatz.
Viel Unruhe gab es in der Division 3: „Unruhestifter“ Nummer 1 war der rote Panda von Christian Allkofer und Michael Scheuerer. In Berlin bereits von den letzten Dölln 5000 als Querfahrer bekannt kamen die Bayern nunmehr auf Slicks daher und fuhren so manchem F9 gehörig um die Ohren. Die erste Sensation war perfekt, als Christian Allkofer am Sonnabend den 3. Divisionsplatz holte. Bei sage und schreibe 32 Teilnehmern in der Division, davon 13 aus der Klasse F9! Divisionssieger wird Alexander Geier auf seinem Peugeot 205 vor Christian Laumann, der diesmal allein den BMW um die Ecken wirft. Co-Driver Klaus „Bärchen“ Königsberg ist mit vor Ort, konnte aber aus gesundheitlichen Gründen nicht ins Geschehen eingreifen.
Am Sonntag wird die Panda-Show noch unglaublicher: Laumann und der am Vortag mit technischem Defekt ausgeschiedene Björn Dau im Honda CRX haben gegen den Panda keine Chance. Divisionssieg für Christian Allkofer, Platz 4 geht an seinen Co Michael Scheuerer! Dazwischen Laumann auf 2 und Dau auf Platz 3. Vortagessieger Geier fällt mit technischen Problemen weit zurück.
„Unruhestifter“ Nummer Zwei waren Gerüchte über Fehler in der Zeitnahme. Nach gründlicher Auswertung, auch unter Zuhilfenahme diverser Onbordvideos konnten diese Gerüchte jedoch klar wiederlegt werden.
Die Division 4 musste zwischenzeitlich mit dem Regen klarkommen, der in den letzten Jahren jeweils die Division 3 erwischt hat. Und am besten tat dies Andre Jeuschede, der seinen neuen, bildschönen M3 mit 8 Sekunden Vorsprung auf Martin Skrzipietz und Rainer Krug um die Pylonen wirbelte. Am Sonntag wiederholt Jeuschede seinen Sieg vor Skrzipietz, auf Platz 3 kommt der erst am Sonntag angereiste Lars Bröker mit seinem neuen, noch etwas fahrwerksbockigen Mitsubishi Evo. Andre Jeuschede nun auf Platz 2 in der Tabelle und damit sicherlich ein Favorit auf den Titel 2010!
Die mit 9 Teilnehmern schwächste Division 5 geht an beiden Tagen an den Berliner Christian Müller im Peugeot, die Plätze belegen unisono Thomas Ahles im Cup-Fiesta und Helmut Weikert im BMW316. Notiz am Rande: Patrick Scholz mit dem wunderschönen Mini kommt an beiden Tagen leider nicht ins Ziel.
Die Fahrzeuge der Division 6 boten auch in Berlin wieder die spektakulärste Show: Ralph Noelle liefert sich an beiden Tagen mit dem AudiA3 TFSI von Hans-Martin Gass/Werner Euringer und dem BMW 320i WTCC von Reinhard Nuber einen atemberaubenden Kampf um den Sieg. Am Sonnabend unterbietet Noelle als einziger Pilot die „Schallmauer“ von 2:40 Minuten und holt den Divisionssieg. Hans Martin Gass kommt nach einem Fahrfehler nur noch auf Rang 4, vor ihm liegen sein Co Werner Euringer auf Platz 2 und Dieter Schüller auf 3. Nuber startet nach technischen Problemen nicht mehr zum letzten Wertungslauf, eine gebrochene Airbox und ein kurz aufflackerndes Feuer im Motorraum besiegeln den Ausfall.
Am Sonntag wiederholt Noelle seinen Divisionssieg. Damit führt Noelle, dessen BMW bereits eine sehr wechselvolle Berlin-Historie aufweist, die Wertungstabelle an und ist einer der heißesten Anwärter auf den diesjährigen Titel. Platz 2 in der Division geht an den diesmal fehlerfreien Hans-Martin Gass vor Werner Euringer und Reinhard Nuber.
Unruhestifter Nummer 3 in Berlin war die Abendveranstaltung am Samstag, Klaus Hens vom Veranstalter entschuldigte sich auf der Bühne im Gasthaus für die unzureichenden Sitzgelegenheiten. Man war eben auf den Ansturm auf die Dölln 5000 nicht genügend vorbereitet. Andererseits: die DRSM boomt, die Teilnehmerzahlen steigen, die ersten vier Rennen sprechen für sich. Und deshalb wird es auch für dieses Problem in der Zukunft eine zufrieden stellende Lösung geben.
Das nächste Rennen steht bereits vor der Tür, in Ahlhorn wartet man schon auf die DSRM-Piloten. Arne Schiermeister und Klaus Königsberg sind wieder genesen und greifen wieder mit ins Geschehen ein. Und ein ganz wildes Gerücht besagt, das „Bärchen“ demnächst einen Mercedes im Fahrerlager stehen hat…..
JW